Hochsensitives C-reaktives Protein (hs-CrP)
(Ein Marker zur Beurteilung des kardialen und peripheren vaskulären Risikos)
| Definition |
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Das „klassische“ C-reaktives Protein (CrP) wird als hochsensitives C-reaktives Protein (hs-CrP) bezeichnet, wenn durch empfindliche Messmethoden sehr kleine Konzentrationen gemessen werden können. Diese Werte liegen unter
0,5 mg/dl.
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| Bedeutung |
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Ansteigende Konzentrationen des CrP sind ein objektives labordiagnostisches Kriterium zur Erkennung einer Interleukin-induzierten Entzündungsreaktion.
CrP wird eine kausale Rolle beim Beginn der Plaque-Bildung im Rahmen der Atherosklerose zugeschrieben. Es stellt aber nicht die primäre Ursache der Atheroskleroseentstehung dar. Das CrP soll aber ein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankung besser voraussagen als andere Risikomarker wie z.B. das
LDL-Cholesterin.
Über die Bildung pro-inflamatorischer Substanzen (IL1, IL6 und TNF-alpha) kommt es zu einer vermehrten Anheftung von Entzündungszellen an die Gefäßwandzellen, die über eine Aufnahme von cholesterinhaltigen Substanzen die Plaque-Bildung initiieren. Das CrP komplexiert dabei an Zellmembranen und induziert die Expression von Adhäsionsmolekülen. Es ermöglicht die Rekrutierung von
Monozyten und ist an der Colesterinaufnahme durch Makrophagen beteiligt. Somit ist CrP ein früher Marker, der schon in sehr geringen Konzentrationen gefunden werden kann, da es in der Lage ist diskrete und lokale Entzündungen anzuzeigen.
Zusätzlich ist CrP aber auch ein Marker bei Fällen der Atherosklerose, in Verbindung mit koronaren Ereignissen, die keine erhöhten Lipidwerte aufzeigen. Die zusätzliche Messung der Lipidwerte (Cholesterin/HDL-Quotient) sollte aber immer durchgeführt und in die Bewertung mit einbezogen werden.
Da nahezu jeder Mensch geringe CrP-Werten aufweisen kann, dabei aber keine Entzündung oder eine mit einer Enzündung einhergehenden Erkrankung aufweißt, ist die Bestimmung des hochsensitiven
CrP's in der klinischen Praxis fragwürdig.
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| Material |
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Serum, EDTA-Plasma |
| Messmethode |
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Kinetische Nephelometrie |
| Referenzbereich |
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< 0,5 mg/dl
Individuelles Risiko
bei einen möglichen koronaren Ereignis |
hs-CRP |
| < 0,1 mg/dl |
0,1 - 0,3 mg/dl |
> 0,3 mg/dl |
| normal |
gering erhöht |
sehr erhöht |
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| Bewertung |
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Hs-CrP findet Verwendung in der Erst-Diagnostik mit Verdacht auf Atherosklerose, koronare Herzerkrankung, akuter Myokardinfarkt, Angina pectoris und Verlaufskontrolle bei der KHK. Dabei ist eine steigende Konzentration des hs-CrP mit einen steigenden Risiko ein koronares Ereignis zu bekommen verbunden. Dieses erhöht sich sogar um ein Vielfaches, wenn die Cholesterin-Konzentration erhöht ist. Dies gilt auch für Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen, verminderte körperliche Aktivität, Bluthochdruck und Hyperglykämie.
CrP soll der stärkste Indikator für eine Assoziation zu zukünftigen kardiovaskulären Ereignissen sein, im Vergleich zu Homocystein, Lipoproteinen und inflammatorischen Markern. Allerdings ist die Beziehung zwischen CrP und koronaren Ereignissen nicht spezifisch, da geringgradige inflammatorische Prozesse eine völlige unspezifische Antwort des Organismus darstellen und ggf. mit einer erhöhten CrP-Erhöhung einhergehen können.
Erhöhte Konzentrationen des CrP werden auch gefunden bei:
- Rauchern
- Typ-2-Diabetes
- Übergewicht
- Orale Kontrazeptiva
- Hormonersatztherapie
- Akute bakterielle Infektionen
Empfehlungen für die Praxis:
- Sekundärprevention:
- Eine routinemäßige Bestimmung ist nicht zu empfehlen, da keine weiteren diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen daraus resultieren
- Eine Ausnahme könnte die Therapieanpassung darstellen
- Primärprevention:
- Bestimmung von CrP und den klassischen Risikofaktoren.
- Bei Werten < 0,3 mg/dl sind keine weiteren Messungen notwendig
- Bei Werten > 0,3 mg/dl Verlaufskontrolle nach 2-3 Wochen
- Bei Patienten mit akuter Entzündung oder Trauma sollte erst 3 Wochen nach Abklingen der Symptomatik das CrP gemessen werden, da CrP zu den Akute-Phase-Protein gehört.
- Crp bleibt vor allem bei Erhöhungen > 0,5 mg/dl ein bedeutender Marker für eine Entzündungsreaktion.
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