Rötelninfektion


Erreger:
  Rötelnvirus (RNA-Virus)


Vorkommen
 
weltweit: endemisch
Deutschland: vor allem bei Kindern und Jugendlichen


Übertragung:
  Aerogen durch Tröpfcheninfektion. Über eine Virämie besteht die
Möglichkeit der diaplazentaren Übertragung in der Schwangerschaft.


Inkubationszeit:
  14 - 21 Tage


Klinik:
  klassische Kinderkrankheit:
makulöses- oder makulopapulöses Exanthem, Kopfschmerz, Lymphknotenschwellung, subfebrile Temperaturen. Dauer: 1-3 Tage.

Schwangerschaft:
10-20% der Frauen haben im gebärfähigen Alter keinen ausreichenden Impfschutz. Bei einer Primärinfektion in der 1.-4. Schwangerschaftswoche besteht ein erhöhtes Risiko für einen Spontanabort, einer Frühgeburt oder für Missbildungen am Herzen, Auge, Ohr, Extremitäten. Rate und Schwere der Missbildungen sinken mit zunehmender Schwangerschaftswoche.



  1. - 6. SSW 7. - 12. SSW 13. - 17. SSW ab 18. SSW
Rate der Rötelnembryopathien 25-56% 16% 8% Keine Anomalien beschrieben

Aus diesem Grunde gehört der Immunschutznachweis zur Vorsorgeuntersuchung im Rahmen einer bestehenden Schwangerschaft. Darüber hinaus ist eine Bestimmung des Immunstatus bei jungen Mädchen und Frauen vor Eintritt in eine Gravidität zu empfehlen.

 
Diagnostik:
 
Immunstatusbestimmung: HAHT (>1:32) Immunität vorhanden
 
Mutterschaftsvorsorge: HAHT + IgM (ELISA)
1. Bei HAHT < 1:32, zusätzlich IgG (EIA) zur Bestimmung der Immunität
2. Bei pos. IgM zusätzlich IgG (EIA) zur Interpretation der Infektionslage
(jedes pos. IgM-Ergebnis sollte durch eine Kontrolle bestätigt werden)
 
Bei Verdacht auf Röteln: IgG und IgM
 


Material:
  Serum (Vollblut ohne Zusatz)

Laborinformation 73

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