Connatale Cytomegalie

Das Cytomegalievirus gehört zur Familie der Herpesviren.
 

Übertragung:
 
pränatal (Virämie der Mutter)
perinata (Cervixsekret, Muttermilch)
postnatal (Tröpfchen-, Schmierinfektion, Transfusion)


Schwangere (pränatale Infektion)
  immun 50%   nicht immun 50%  
 
 
1 – 5 % der Schwangeren werden infiziert
 
 
 

0,5 – 1,5 % der Feten werden während eines Rezidivs infiziert
 

bei 30 – 40 % dieser Frauen wird der Fetus infiziert
 
   

0 – 1 % der Kleinkinder zeigen klinische Auffälligkeiten
 

bei 10 % der infizierten Feten kommt es nach der Geburt zu schweren Erkrankungen
 


Labordiagnostik CMV-IgG und CMV-IgM-Antikörper
eventuell CMV-DNA-Nachweis (PCR)
aus Serum
aus EDTA-Blut
  Erstinfektion der Mutter: CMV-IgM – positiv
Titerdynamik bei CMV-IgG und IgM
Virus-PCR – positiv
 
  Reaktivierung CMV-IgG–Anstieg, CMV-IgM negativ o. schwach positiv
Virus-PCR – positiv
 
  Infektion des
  Neugeborenen:
(nur bei ca. 70 % der infizierten) CMV-IgM – positiv
sonst
CMV-IgG - Anstieg
 
(aus Harn, Speichel, EDTA-Blut) CMV-PCR – positiv
 


Bei ca. 760 000 Geburten / Jahr für die BRD ergeben sich:
  5000 Infektionen bei Neugeborenen (Mortalität: 0,3 %)
750 erkrankte Neugeborene (Mortalität: 6 %) davon 500 mit Spätschäden


Symptome:
 
Mutter: Erstinfektion: latent oder uncharakteristische Symptome
Endogene Reaktivierung: meist inapparent
 
Neubegorene: Bei Primärinfektion der Mutter: Ikterus, Hepatosplenomegalie, Petechien, Purpura, Hydrocephalus, Chorioretinitis, periventrikuläre Verkalkungen, Pneumonie, Thrombozytopenie u.a.
Infektion in der ersten Gestationshälfte: Schwere Verläufe 
Spätfolgen: Taubheit, motorische und mentale Retardierung, Chorioretinitis, Optikusatrophie u.a.


Therapie:
  Bei bewiesener (oder dringender Verdacht auf) connataler Infektion (durch Primärinfektion der Mutter) mit oder ohne Symptome kann eine Behandlung mit Ganciclovir (Cymoven), Foscarnet, Cidofovir erwogen werden.

Laborinformation 77

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