Gentest für Morbus Bechterew / Spondylitis ankylosans (SA)

Neue Möglichkeiten in der Diagnostik durch die PCR

Nachweis der Prädispositionsallele HLA-B27 und CYP2D6*04



Hintergrund
Etwa 90-95% der Patienten mit Morbus Bechterew/ Spondylitis ankylosans (SA) sind HLA-B27 und/oder CYP2D6 positiv. Die phänotypische Ausprägung der Erkrankung liegt bei etwa 7-9%. Aufgrund der hohen Krankheitsassoziation eignet sich die Typisierung beider Marker zur Diagnose der SA. Auch die übrigen seronegativen Spondylarthritiden sind zu einem hohen Prozentsatz mit
HLA-B*27/CYP2D6 assoziiert.
Der Nachweis der CYP2D6 Mutation (Cytochrom P450-2D6) ist neben dem erhöhten Risiko an SA zu erkranken ein wichtiger Faktor bei der Medikation der SA-Patienten. Codeinpräparate können bei rheumatischen Erkrankungen ergänzend oder als Monotherapie zu Schmerzbekämpfung eingesetzt werden. Mutationen im P450-2D6 verhindern die Umsetzung von Codein zum analgetisch wirkenden Morphin und die schmerzlindernde Wirkung bleibt aus.


Vorteile der PCR
Die Methode der PCR hat gegenüber der serologischen Bestimmung den Vorteil, dass keine lebenden Zellen gebraucht werden und mögliche Kreuzreaktionen der Alloantiseren bzw. monoklonalen Antikörper ausgeschlossen sind. Der PCR-Test erfasst alle SA relevanten HLA-B27 Subtypen.


Indikation
Nachweis der Prädispositionsallele HLA B27 und CYP2D6* bei Verdacht auf Morbus Bechterew sowie Abschätzung der Wirksamkeit codeinhaltiger Medikamente. Die Methode des Nachweises von
HLA-B27 per PCR soll nicht die bisherige Methode (serolog. Nachweis, Durchflusszytometrie) ersetzen. Sie stellt aber eine wertvolle Ergänzung bei unplausiblem Ergebnis des serologischen
HLA-B27 Nachweises dar und erlaubt Aussagen zur Medikation von SA-Patienten.


Bewertung
Der Nachweis des HLA-B27 Genotyps ist mit einer erhöhten Prädisposition für SA verbunden bzw. erhärtet eine bestehende Verdachtsdiagnose. Der Genotyp des CYP2D6*04 ist neben der Veranlagung für SA ein wichtiger Hinweis für die Medikation des Patienten. Heterozygote CYP2D6*04 Mutation führt zu unvollständiger Umsetzung von Codein in Morphin. Bei homozygoter Ausprägung ist gar keine Umsetzung des Medikamentes möglich.


Material
EDTA-Blut (2ml)


Anforderungstext
HLA-B27 PCR
(wenn PCR nicht ausdrücklich auf dem Überweisungsschein steht,
wird der Nachweis von HLA-B27 per Durchflusszytometrie (DFZ) veranlasst)


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Laborinformation 95

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