2 Genteste für Patienten mit Thromboserisiko

Neue Möglichkeiten in der Diagnostik durch die PCR

1. Nachweis der Faktor V-Mutation (Leiden-Mutation)
2. Nachweis des Polymorphismus 20210A im Fakotr II-Gen



Hintergrund
Faktor V ist an der Gerinnungskaskade beteiligt und wird physiologisch durch aktiviertes Protein C (APC) inhibiert. Der durch die Punktmutation an der Nukleinsäureposition G1691A (Leiden-Mutation) veränderte Faktor V wird nur noch unzureichend von APC inaktiviert, wodurch das Gleichgewicht der Hämostase zugunsten gerinnungsfördernder Reaktionen verschoben wird. Heterozygote Merkmalsträger haben ein 6-8fach, homozygote ein 50-100fach erhöhtes Thromboserisiko.
Die Mutation G20210A im Faktor II (Prothrombin)-Gen ist mit einem Anstieg der Prothrombinkonzentration im Plasma verbunden, woraus eine erhöhte Gerinnungstendenz resultiert. Das Thromboserisiko heterozygoter Merkmalsträger ist 3-fach erhöht, homozygote treten kaum auf. 15-40% der Thrombosepatienten mit heterozygoter Faktor-V-Mutation sind zusätzlich heterozygot für die Faktor II –Mutation. Durch Kombination beider Merkmale steigt das Thromboserisiko deutlich an.


Vorteile der PCR
Schnelle und sichere Methode zum Nachweis homo- und heterozygoter Faktor V Leiden-Mutation bzw. Faktor II (Prothrombin)-Mutation zur Abschätzung des Thromboserisikos.


Indikation
arterielle und venöse Thrombosen


Bewertung
Mutation Thromboserisiko
homozygote Faktor V-Leiden Mutation 80-fach erhöhtes Risiko
heterozygote Faktor V-Leiden Mutation 6-8-fach erhöhtes Risiko
heterozygote Faktor II-Mutation 2-4-fach erhöhtes Risiko
homozygote Faktor II- Mutation nicht bekannt, weil extrem selten


Material
EDTA-Blut (2ml)


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Laborinformation 97

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