Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

 auf der Grundlage der S3-Leitlinie Prostatakarzinom, Version 8.1 - August 2025 haben wir die Referenzwerte für PSA angepasst.

 Wesentliche Neuerungen der Leitlinie

 Tests zur Früherkennung des Prostatakarzinoms (siehe Kapitel 4.1.2)

 Männer ab dem Alter von 45 Jahren mit einer Lebenserwartung von mindestens 10 Jahren, die eine Prostatakarzinom-Früherkennung wünschen, sollen ergebnisoffen über die Vor- und Nachteile beraten werden.

 Männern, die nach dieser Beratung weiter eine Früherkennung wünschen, soll die Bestimmung eines Prostata-spezifischen Antigen (PSA)-Wertes angeboten werden.

 Männern mit einer familiären Belastung (≥ ein erstgradig Verwandter mit Prostata-Karzinom) soll ein PSA-basiertes Screening ab einem Alter von 45 Jahren angeboten werden.

 Entsprechend der Höhe des PSA-Wertes soll eine Risikozuordnung und eine risikoadaptierte Empfehlung zur Früherkennungsstrategie und weiteren Diagnostik erfolgen:

 PSA-Wert: < 1,5 ng/ml           = niedriges Risiko                      -> 5-jährliche Intervalle

PSA-Wert: 1,5 – 2,99 ng/ml    = intermediäres Risiko               -> 2-jährliche Intervalle

PSA-Wert: ≥ 3,0 ng/ml kontrolliert)     = hohes Risiko              -> Diagnostik

 

Ein erhöhter PSA-Wert ≥3 ng/ml soll vor der weiteren Diagnostik unter Berücksichtigung von Einflussfaktoren innerhalb von 3 Monaten kontrolliert werden.

Einflussfaktoren:

  • Benigne Prostatahyperplasie (BHP)
  • Prostatitis
  • Mechanischer Druck auf die Prostata (Fahrradfahren, Reiten, DRU, sexuelle Aktivität)
  • Harnwegsinfekt
  • Medikamente (5-alpha-Reduktase-Hemmer [Fiansterid, Dutasterid] senken den PSA-Wert um etwa 50 %)

 

Bei einem bestätigten erhöhten PSA-Wert ≥3 ng/ml soll eine urologische Konsultation erfolgen. Bestätigt sich dabei ein Risiko für ein Prostatakarzinom, soll eine Magnetresonanztomographie (MRT) der Prostata erfolgen. 

Algorithmus zur Früherkennung und Diagnostik des Prostatakarzinoms mit Verweis auf ausgewählte Empfehlungen
PSA S3-Leitlinie
1 z.B. unter Verwendung von Risikokalkulatoren (siehe Hintergrundtext zu Empfehlung 4.13)
2 Durchführung der gezielten Biopsie unter Berücksichtigung der Empfehlung 4.19

(DRU digital-rektale Untersuchung; EG Empfehlungsgrad; EK Expertenkonsens; MRT Magnetresonanztomographie; PSA Prostata-spezifisches Antigen)

Quelle: S3-Leitlinie Prostatkarzinom. Version 8.1-August 2025, AWMF-Registriernummer 043-022OL



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