Lipoprotein (a) |
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Lipoprotein (a), [Lp(a)], ist ein Plasma-Lipoprotein mit einer weitgehenden Strukturähnlichkeit zu Low Density Lipoprotein (LDL). LP(a) ist strukturell ein LDL-Partikel, an dem zusätzlich die Lp(a)-Kette kovalent gebunden ist [1]. Die Molekülmasse des Lp(a) weist eine große Schwankungsbreite von 280 – 830 kDa zwischen Personen auf, die auf einen genetischen Polymorphismus (variable Anzahl von Kringel IV Typ 2 Domänen) zurückzuführen ist. LP(a) wird als unabhängiger Risikofaktor für Herz- und Kreislauferkrankungen angesehen und hat ein etwa 6- bis 7-faches artherogenes Potenzial im Vergleich zu LDL [2]. Über 90% der individuellen Lp(a)-Konzentration im Blutplasma sind genetisch bedingt, und sie schwankt nur geringfügig (z.B. während der Menopause) [3]. Veränderungen des Lebensstiles wie eine gesunde Ernährung oder regelmäßige Bewegung haben keinen Einfluss auf die Lp(a)-Konzentration. Diagnostik:Die Serumkonzentration von Lp(a) zeigt einen enormen interindividuellen Bereich und variiert zwischen Personen um den Faktor 1.000. Die Lp(a)-Werte einer Person können zwischen <1 nmol/l und 750 nmol/l betragen. Die 2026 aktualisierten Leitlinien beinhalten eine Absenkung des Grenzwerts für ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko von 125 auf 105 nmol/l [4]. Die Analyse der Serumkonzentration erfolgt mittels Nephelometrie im Serum; die Werte werden seit 2022 in Form der Stoffmenge (nmol/l) angegeben. Messungen, die auf der Molekülmasse (mg/dl) basieren, sind nicht mehr empfohlen. Indikation und Therapie:Eine einmalige Lp(a)-Bestimmung im Leben wird laut den europäischen Leitlinien empfohlen, um Personen mit stark erhöhten Werten (>105 nmol/l) frühzeitig zu identifizieren [4, 5].
Bei einer familiären Vorgeschichte von KHK-assoziierten Erkrankungen sowie bei Hyperlipidämie sollte zusätzlich zu den Basis-Lipidwerten (Gesamt-Cholesterol, LDL, HDL und Triglyzeride) auch eine einmalige Untersuchung von Lp(a) erfolgen. Derzeitig ist keine spezifische medikamentöse Therapie zur Senkung einer erhöhten Lp(a)-Konzentration verfügbar. Bei erhöhten Lp(a)-Werte sollte, basierend auf der kardiovaskulären Risikoeinschätzung (SCORE2/SCORE2-OP), im Rahmen einer Eskalationsstufentherapie (Lebensstiländerungen, Statine, PSCK9-Inhibitoren), das LDL auf den therapeutisch erforderlichen Zielwert gesenkt werden [6, 7, nachfolgende Tabelle]. Wenn diese Therapieoptionen ausgeschöpft sind und eine klinische oder bildgebende Progredienz der kardiovaskulären Erkrankung weiterhin besteht, kann bei dauerhaft erhöhte Lp(a)-Werten von über 120 nmol/l eine Lipidapherese in Betracht gezogen werden.
Aktuelle klinische Studien zur spezifischen medikamentösen Reduktion der Lp(a)-Konzentration zeigen eine Abnahme der Konzentration um 90-95%. Momentan werden die klinischen Endpunkte in Bezug auf die erwartete Verringerung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen analysiert; mit der Zulassung der ersten Medikamente wird 2028 gerechnet. Methode :Particle-Enhanced-Turbidimetric-Immunoassay (TIA) Material :1 ml Serum Literatur:[1] Paarhofer et al. Dtsch Arztebl Int 2023; 120: 582-588.
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letzte Änderung: 24.08.2026 |
| Laborinformation 10 |
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